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Maßnahme Fre-A-02

Thermische Entlastung: Die urbane Durchgrünung (z.B. durch Freiflächen, Straßengrün, Dach- und Fassadenbegrünung) sollte erhöht werden, um die Kaltluftbildung durch Verdunstung zu steigern und der Hitzezunahme entgegenzuwirken.

Art der Maßnahme:

  • Investive Maßnahme - Maßnahme deren Umsetzung mit direkten Ausgaben verbunden ist (entweder durch Investitionen oder durch die Einrichtung von Förderinstrumenten)
  • Planerische Maßnahme - Maßnahme deren Umsetzung der Berücksichtigung in Plänen und Programmen bedarf

Zielgruppe(n): Kreisfrei , Kreisangehörig

Umsetzbarkeit: kurzfristig (iKurzfristg umsetzbare Maßnahmen:Maßnahme kann kurzfristig, d. h. innerhalb von einigen Wochen oder Monaten umgesetzt werden, weil nur geringe Ressourcen dafür aufgewendet werden müssen und/oder weil eine Abstimmung nur mit wenigen Akteuren notwendig ist und/oder weil die Maßnahme auf schnell veränderbare Rahmenbedingungen abzielt (z. B. Druck von Informationsbroschüren).) mit moderatem Kostenaufwand (iMaßnahmen mit moderatem Kostenaufwand:Größerer finanzieller Aufwand (ca. 10.000 bis ca. 100.000 EUR), für den Mittel aber in der Regel für das kommende Haushaltsjahr bereitgestellt werden können (vorübergehende personalbezogene Maßnahmen, Aufträge an Dritte, kleinere Investitionen).)

Ständige Beteiligte: Eigentümer von Flächen, Nutzer von Flächen, Übergeordnete Planungsebenen

Weitere Akteure:
Kleine und kreisangehörige GemeindenKreisfreie Städte
internexterninternextern
  • Landesverwaltungsamt
  • Baubetriebshof
  • Forsten
  • Grünflächen
  • Liegenschaften
  • Stadtentwicklung
  • Stadtplanung
  • Tiefbau
  • Umwelt
  • Wirtschafts- und Verkehrsförderung
  • Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung
  • Kleingartenvereine
  • Landesanstalt für Großschutzgebiete
  • Landesumweltamt
  • Landschaftsbehörde
  • Landwirtschaftsamt
  • Umwelt- und Naturschutzverbände
  • Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung
  • Landschaftsbehörde
  • Landwirtschaftsamt
  • Baubetriebshof
  • Forsten
  • Grünflächen
  • Liegenschaften
  • Stadtentwicklung
  • Stadtplanung
  • Tiefbau
  • Umwelt
  • Wirtschafts- und Verkehrsförderung
  • Kleingartenvereine
  • Landesanstalt für Großschutzgebiete
  • Landesumweltamt
  • Landesverwaltungsamt
  • Umwelt- und Naturschutzverbände

Umsetzungsansätze

Einfacher Bebauungsplan

Die komplexen Bedingungen und die hohe rechtliche Bedeutung qualifizierter Bebauungspläne münden in differenzierte und enge Festsetzungen, die schon nach kurzer Zeit überholt sind. Einfache Bebauungspläne werden vor allem aus Gründen der Verfahrensvereinfachung oder auch aufgrund der hohen Komplexität bebauter Gebiete gelegentlich zur Überplanung bereits bebauter Gebiete aufgestellt und sind in verschiedenen Einsatzbereichen zur Anpassung an den Klimawandel denkbar (Neuaufstellung eines einfachen Bebauungsplans im bislang unbeplanten Innenbereich oder beplanten Außenbereich; Änderung eines qualifizierten Bebauungsplans durch einen einfachen Bebauungsplan). [mehr]

Baurecht auf Zeit, Städtebauliche Verträge

Steuerung der klimaangepassten, städtebaulichen Entwicklung und Ordnung am Beispiel von städtebaulichen Verträgen, Stadtumbaumaßnahmen und in Anwendung des Baurechts auf Zeit (zeitlich aufeinanderfolgende Nutzungen). [mehr]

Backcasting

Das „Backcasting“ (Zurückblenden) als Methode greift die normative Komponente der Szenarioentwicklung heraus, bei der die Frage gestellt wird, welche Entscheidungen notwendig sind, um ein bestimmtes Anpassungsziel zu erreichen. Es geht beim Backcasting weniger darum, Aussagen über mögliche zukünftige Zustände zu erhalten, sondern vielmehr darum, bereits jetzt gestaltend auf diese Zustände einzuwirken, indem die Umsetzbarkeit und Rahmenbedingungen von Strategiezielen abgebildet werden. [mehr]

Multifunktionale Flächennutzung

Multifunktionale Nutzung bedeutet eine zeitlich parallele mehrfache Nutzung einer Fläche für unterschiedliche Bodennutzungen. Zugleich wird im Gegensatz zum Konzept der temporären Zwischennutzung (etwa einer Brachfläche) auf ein dauerhaftes Nebeneinander mehrerer Nutzungen abgestellt. [mehr]

BauGB-Klimaschutznovelle

Die Klimaschutznovelle als städtebauliche Dimension der Klimaanpassung (Aufnahme der sogenannten Klimaschutzklausel), Klarstellung von unbestimmten Sachverhalten (Anpassung an und Schutz des Klimas ist damit eine städtebauliche Aufgabe). [mehr]

Flächenkreislaufwirtschaft

Die Flächenkreislaufwirtschaft hat vorrangig und systematisch die Ausschöpfung der bestehenden Flächenpotenziale im Bestand zum Ziel und lässt nur unter bestimmten Bedingungen die Inanspruchnahme neuer Flächen zu. Die Ansätze zur Brachflächenaktivierung bzw. Rückbau/Renaturierung sind hinsichtlich ihrer Flexibilität unter sich ändernden Rahmenbedingungen wie dem Klimawandel zu diskutieren. Besondere Potenziale bieten sich vor allem im Hinblick auf Verlagerungen von Nutzungen oder die Suche nach alternativen Standorten. [mehr]

Zwischennutzungen

Zwischennutzungen können dazu dienen, Flächen mit unsicherer Realisierungsperspektive einer sinnvollen temporären Nutzung zuzuführen oder unter unsicheren Rahmenbedingungen eine Fläche zwischenzeitlich einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, bis eine gesicherte Entscheidungsgrundlage vorhanden ist. Hier bieten sich beispielsweise temporäre Parkkonzepte oder auch zeitlich befristete bauliche Vorhaben an, um insbesondere bei öffentlichen Flächen den Verwertungsdruck zu reduzieren und Brachflächen im Stadtbild zu vermeiden. [mehr]

Ansatz zur ökonomischen Bewertung: Das Fallbeispiel 'Senkung des sommerlichen Hitzestresses' (Jena)

Das Fallbeispiel 'Eichplatz' (Jena) verdeutlicht die Potenziale ökonomischer Bewertungsverfahren für die planerische und politische Entscheidungsfindung vor dem Hintergrund der Frage von Kosten und Nutzen von Anpassungsmaßnahmen. Anhand der Problemstellung 'Senkung des sommerlichen Hitzestresses auf dem Eichplatz' werden verschiedene Maßnahmenbündel einer ökonomischen Bewertung unterzogen, um auf diese Weise optimale Maßnahmenbündel zu identifizieren. Die betrachteten Maßnahmen umfassen dabei die Bereiche 'Wasser', 'Begrünung', 'Verschattung' und 'Erhöhung des Oberflächenrückstrahlvermögens'.

Ansatz zur ökonomischen Bewertung: Das Fallbeispiel 'Niederschlagswassermanagement im Wohngebiet Richtericher Dell' (Aachen)

Für den Bereich des Niederschlagswassermanagements verdeutlicht das Beispiel des Wohngebietes 'Richtericher Dell' in Aachen die Möglichkeiten der ökonomischen Bewertung der planerischen Maßnahmen im Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit. Ziel ist es, die Retentionsflächen innerhalb der „grünen Fugen“ so klein wie nötig zu halten und die Dimensionierung der Infrastruktur zur Ableitung des Wassers zu optimieren. Die Nutzung von Gründächern und eine Beschränkung der Versiegelung von Garten‐ und Innenhofflächen werden in Betracht gezogen, um die dezentrale Versickerung zu befördern und damit auch Starkniederschlägen besser begegnen zu können. Die verschiedenen Maßnahmenbündel werden einer ökomischen Bewertung unterzogen.

Synergien und Konflikte

SynergienKonflikte
  • Grüne Strukturen übernehmen wichtige Trittsteinfunktionen in einem Biotopverbund
  • Der steigende Nutzungsdruck erhöht den Bedarf nach einem Ausbau von Grün- und Freiflächen
  • Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können effizient eingesetzt werden, um grüne Strukturen anzulegen
  • Durch grüne Strukturen können wertvolle Lebensräume geschaffen werden
  • Hecken können als grüne Strukturen einen abkühlenden Effekt haben
  • Uferrandstreifen können als Kaltluftentstehungsgebiete wirken
  • Auf Grün- und Freiflächen bestehen oft bislang ungenutzte Biomassepotenziale.
keine

Literatur

Greater London Authority (Hg. 2008): The London Climate Change Adaption Strategy. S. 41. London.

Grill et al. (2006): Adapting cities for climate change: the role of the green infrastructure.

 

Rechtliche Grundlagen und Regelungen zu dieser Maßnahme

Festsetzungen über die Bepflanzung und Begrünung baulicher Anlagen (Pflanzgebot) (§ 9 Abs.1 Nr.25 BauGB)
Schaffung von Freiräumen, wo sie nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind (§ 1 Abs. 6 BNatSchG)