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Maßnahme Men-A-01

Thermische Entlastung: Erhalt von zusammenhängenden Grün- und Freiflächen als Luftaustauschbahnen mit stadtklimaverbessernder Wirkung

Art der Maßnahme:

  • Planerische Maßnahme - Maßnahme deren Umsetzung der Berücksichtigung in Plänen und Programmen bedarf

Zielgruppe(n): Kreisfrei , Kreisangehörig

Umsetzbarkeit: mittelfristig (iMittelfristig umsetzbare Maßnahmen:Maßnahme kann mittelfristig, d. h. innerhalb von einigen Monaten oder Jahren umgesetzt werden, weil Ressourcen dafür aufgewendet werden müssen, die nicht sofort zur Verfügung stehen und/oder weil bei der Umsetzung der Maßnahme Konflikte zu erwarten sind, die eine Abstimmung mit verschiedenen Akteuren notwendig machen und/oder weil die Maßnahme auf nur mittelfristig veränderbare Rahmenbedingungen abzielt (z. B. Tätigung von Investitionen).) mit moderatem Kostenaufwand (iMaßnahmen mit moderatem Kostenaufwand:Größerer finanzieller Aufwand (ca. 10.000 bis ca. 100.000 EUR), für den Mittel aber in der Regel für das kommende Haushaltsjahr bereitgestellt werden können (vorübergehende personalbezogene Maßnahmen, Aufträge an Dritte, kleinere Investitionen).)

Ständige Beteiligte: Eigentümer von Flächen, Nutzer von Flächen, Übergeordnete Planungsebenen

Weitere Akteure:
Kleine und kreisangehörige GemeindenKreisfreie Städte
internexterninternextern
  • Gesundheit
  • Baubetriebshof
  • Forsten
  • Grünflächen
  • Sport
  • Stadtentwicklung
  • Stadtplanung
  • Umwelt
  • Immissionsschutz
  • Bodenschutzbehörde
  • Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung
  • Deutscher Wetterdienst
  • Kleingartenvereine
  • Landesanstalt für Großschutzgebiete
  • Landesumweltamt
  • Landschaftsbehörde
  • Landwirtschaftskammer
  • Nachbargemeinden
  • Sportverbände
  • Umwelt- und Naturschutzverbände
  • Wasserbehörde
  • Landesnationalparkamt
  • Bodenschutzbehörde
  • Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung
  • Gesundheit
  • Landschaftsbehörde
  • Landwirtschaftskammer
  • Wasserbehörde
  • Baubetriebshof
  • Forsten
  • Grünflächen
  • Sport
  • Stadtentwicklung
  • Stadtplanung
  • Umwelt
  • Immissionsschutz
  • Deutscher Wetterdienst
  • Kleingartenvereine
  • Landesanstalt für Großschutzgebiete
  • Landesumweltamt
  • Nachbargemeinden
  • Sportverbände
  • Umwelt- und Naturschutzverbände
  • Landesnationalparkamt

Umsetzungsansätze

Einfacher Bebauungsplan

Die komplexen Bedingungen und die hohe rechtliche Bedeutung qualifizierter Bebauungspläne münden in differenzierte und enge Festsetzungen, die schon nach kurzer Zeit überholt sind. Einfache Bebauungspläne werden vor allem aus Gründen der Verfahrensvereinfachung oder auch aufgrund der hohen Komplexität bebauter Gebiete gelegentlich zur Überplanung bereits bebauter Gebiete aufgestellt und sind in verschiedenen Einsatzbereichen zur Anpassung an den Klimawandel denkbar (Neuaufstellung eines einfachen Bebauungsplans im bislang unbeplanten Innenbereich oder beplanten Außenbereich; Änderung eines qualifizierten Bebauungsplans durch einen einfachen Bebauungsplan). [mehr]

Baurecht auf Zeit, Städtebauliche Verträge

Steuerung der klimaangepassten, städtebaulichen Entwicklung und Ordnung am Beispiel von städtebaulichen Verträgen, Stadtumbaumaßnahmen und in Anwendung des Baurechts auf Zeit (zeitlich aufeinanderfolgende Nutzungen). [mehr]

Multifunktionale Flächennutzung

Multifunktionale Nutzung bedeutet eine zeitlich parallele mehrfache Nutzung einer Fläche für unterschiedliche Bodennutzungen. Zugleich wird im Gegensatz zum Konzept der temporären Zwischennutzung (etwa einer Brachfläche) auf ein dauerhaftes Nebeneinander mehrerer Nutzungen abgestellt. [mehr]

BauGB-Klimaschutznovelle

Die Klimaschutznovelle als städtebauliche Dimension der Klimaanpassung (Aufnahme der sogenannten Klimaschutzklausel), Klarstellung von unbestimmten Sachverhalten (Anpassung an und Schutz des Klimas ist damit eine städtebauliche Aufgabe). [mehr]

Flächenkreislaufwirtschaft

Die Flächenkreislaufwirtschaft hat vorrangig und systematisch die Ausschöpfung der bestehenden Flächenpotenziale im Bestand zum Ziel und lässt nur unter bestimmten Bedingungen die Inanspruchnahme neuer Flächen zu. Die Ansätze zur Brachflächenaktivierung bzw. Rückbau/Renaturierung sind hinsichtlich ihrer Flexibilität unter sich ändernden Rahmenbedingungen wie dem Klimawandel zu diskutieren. Besondere Potenziale bieten sich vor allem im Hinblick auf Verlagerungen von Nutzungen oder die Suche nach alternativen Standorten. [mehr]

Indikatorengestütztes Monitoring

Um den Belangen der klimaresilienten Entwicklung das ihrer besonderen Bedeutung entsprechende Gewicht bei der planerischen Bewertung und Entscheidung zukommen zu lassen, bedarf es eines Kataloges von Qualitätszielen, die anhand von Indikatoren möglichst quantifizierbar sein sollen. Dabei liefern Qualitätsziele und Indikatoren Maßstäbe für die Zustandsanalyse, die Prognose, die Bestimmung des geplanten Zustandes, die Abschätzung von Planalternativen sowie für die Erfolgskontrolle und können somit integraler Bestandteil der Stadtentwicklung sein. [mehr]

Zwischennutzungen

Zwischennutzungen können dazu dienen, Flächen mit unsicherer Realisierungsperspektive einer sinnvollen temporären Nutzung zuzuführen oder unter unsicheren Rahmenbedingungen eine Fläche zwischenzeitlich einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, bis eine gesicherte Entscheidungsgrundlage vorhanden ist. Hier bieten sich beispielsweise temporäre Parkkonzepte oder auch zeitlich befristete bauliche Vorhaben an, um insbesondere bei öffentlichen Flächen den Verwertungsdruck zu reduzieren und Brachflächen im Stadtbild zu vermeiden. [mehr]

Synergien und Konflikte

SynergienKonflikte
  • Der Erhalt von Grün- und Freiflächen sichert die Möglichkeiten von Wasserrückhalt in der Fläche
  • Grün- und Freiflächen kommen primär als Notwasserwege in Betracht
  • Zusammenhängende Grün- und Freiflächen übernehmen wichtige Korridorfunktionen in einem Biotopverbund
  • Der steigende Nutzungsdruck erhöht den Bedarf nach einem Erhalt bestehender Grün- und Freiflächen
  • Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können effizient eingesetzt werden, um zusammenhängende Grün- und Freiflächen herzustellen, zu erhalten oder zu verbessern
  • Großflächige Grün- und Freiflächen übernehmen oft wichtige Lebensraumfunktionen
  • Uferrandstreifen wirken als zusammenhängenden Grün- und Freiflächen
  • Wohnortnahe Grün- und Freiflächen sind ein wichtiger Faktor für die Wohnqualität von Senioren.
  • Auf Grün- und Freiflächen bestehen oft bislang ungenutzte Biomassepotenziale.
  • Eine verstärkte Innenentwicklung gefährdet bestehende Grün- und Freiflächen
  • Hecken können den Luftaustausch behindern
  • Innenentwicklung vor Außenentwicklung kann im Konflikt zum Erhalt zusammenhängender Freiflächen stehen.
  • Bei schrumpfender Bevölkerung kann die Unterhaltung öffentlicher Grünflächen zur finanziellen Belastung werden.
  • Literatur

    Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)(Hg.)(2007): Klimaschutz in den Bereichen Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung Vorlage des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau- und Wohnungswesen der Bauministerkonferenz. Berlin.

    L. Bizikova, et al. (2008): Canadian communities' guidebook for adaptation to climate change - Including an approach to generate mitigation co-benefits in the context of sustainable development. Tech. rep., Vancouver.

    Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bundesregierung (2008): Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Berlin.

    Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)(Hg.)(2007): Raumwentwicklungsstrategien zum Klimawandel. Dokumentation der Fachtagung am 30. Oktober 2007 im Umweltforum in Berlin. Berlin.

    Dosch, F., Porsche, L., & P. Schuster (2008): Anpassung an den Klimawandel aus europäischer Perspektive. In: Informationen zur Raumentwicklung. Heft 6/7. S. 381-394.

    European Environment Agency (2009): Regional climate change and adaptation - The Alps facing the challenge of changing water resources", No 9/2009. Kopenhagen.

    Fleischhauer und Bornefeld (2006): Klimawandel und Raumplanung - Ansatzpunkte der Raumordnung und Bauleitplanung für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel, RuR 31

     

    Greater London Authority (Hg. 2008): The London Climate Change Adaption Strategy. S. 41. London.

     

    Gill et al. (2006): Adapting cities for climate change: the role of the green infrastructure. In: Built Environment 33 (1), S. 115-133.

    Mukheibir & Ziervogel (2006): Framework for Adaption to Climate Change in the City of Cape Town. S. 48

    Rechtliche Grundlagen und Regelungen zu dieser Maßnahme

    Darstellung von Grünflächen (§ 5 Abs.2 Nr.5 BauGB)
    Freihaltung von Retentionsräumen (§ 5 Abs.2 Nr.7 BauGB)
    Darstellung von Flächen mit Nutzungsbeschränkungen (§ 5 Abs.2 Nr.6 BauGB)
    Darstellung der Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung von Boden, Natur und Landschaft (§ 5 Abs.2 Nr.10 BauGB)
    Festsetzung der nicht überbaubaren Grundstücksfläche (§ 9 Abs.1 Nr.2 BauGB)
    Festsetzung von Gemeinbedarfs- sowie Spiel- und Sportflächen (§ 9 Abs. 1 Nr. 5 BauGB)
    Festsetzung von Flächen, die von der Bebauung freizuhalten sind (§ 9 Abs. 1 Nr. 10 BauGB)
    Festsetzung von Rückhalteflächen (§ 9 Abs. 1 Nr. 14 BauGB)
    Festsetzung von öffentlichen und privaten Grünflächen (§ 9 Abs. 1 Nr. 15 BauGB)
    Festsetzung von Retentionsflächen (§ 9 Abs. 1 Nr. 16 BauGB)