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Maßnahme Was-A-09

Hochwasserschutz: Der Wasserrückhalt in der Fläche – durch Grundstücksversickerung, Bodenentsiegelung, Dachbegrünung – mindert ebenfalls das Ausmaß der Extremwetterereignisse.

Art der Maßnahme:

  • Investive Maßnahme - Maßnahme deren Umsetzung mit direkten Ausgaben verbunden ist (entweder durch Investitionen oder durch die Einrichtung von Förderinstrumenten)
  • Organisatorische Maßnahme - Maßnahme deren Umsetzung der Koordination und Absprache verschiedener Akteure bedarf
  • Planerische Maßnahme - Maßnahme deren Umsetzung der Berücksichtigung in Plänen und Programmen bedarf

Zielgruppe(n): Kreisfrei , Kreisangehörig , Kleine Gemeinde

Umsetzbarkeit: kurzfristig (iKurzfristg umsetzbare Maßnahmen:Maßnahme kann kurzfristig, d. h. innerhalb von einigen Wochen oder Monaten umgesetzt werden, weil nur geringe Ressourcen dafür aufgewendet werden müssen und/oder weil eine Abstimmung nur mit wenigen Akteuren notwendig ist und/oder weil die Maßnahme auf schnell veränderbare Rahmenbedingungen abzielt (z. B. Druck von Informationsbroschüren).) mit moderatem Kostenaufwand (iMaßnahmen mit moderatem Kostenaufwand:Größerer finanzieller Aufwand (ca. 10.000 bis ca. 100.000 EUR), für den Mittel aber in der Regel für das kommende Haushaltsjahr bereitgestellt werden können (vorübergehende personalbezogene Maßnahmen, Aufträge an Dritte, kleinere Investitionen).)

Ständige Beteiligte: Eigentümer von Flächen, Nutzer von Flächen, Übergeordnete Planungsebenen

Weitere Akteure:
Kleine und kreisangehörige GemeindenKreisfreie Städte
internexterninternextern
  • Bauordnung
  • Grünflächen
  • Hochbau
  • Liegenschaften
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Sport
  • Stadtentwicklung
  • Stadtplanung
  • Umwelt
  • Architektenkammer
  • Versorgungsunternehmen
  • Kleingartenvereine
  • Landesumweltamt
  • Landschaftsbehörde
  • Landwirtschaftsamt
  • Sportverbände
  • Verbraucherzentrale
  • Wasserbehörde
  • Zweckverbände
  • Wasserverbände
  • Landschaftsbehörde
  • Landwirtschaftsamt
  • Wasserbehörde
  • Zweckverbände
  • Bauordnung
  • Grünflächen
  • Hochbau
  • Liegenschaften
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Sport
  • Stadtentwicklung
  • Stadtplanung
  • Umwelt
  • Architektenkammer
  • Versorgungsunternehmen
  • Kleingartenvereine
  • Landesumweltamt
  • Sportverbände
  • Verbraucherzentrale
  • Wasserverbände

Umsetzungsansätze

Einfacher Bebauungsplan

Die komplexen Bedingungen und die hohe rechtliche Bedeutung qualifizierter Bebauungspläne münden in differenzierte und enge Festsetzungen, die schon nach kurzer Zeit überholt sind. Einfache Bebauungspläne werden vor allem aus Gründen der Verfahrensvereinfachung oder auch aufgrund der hohen Komplexität bebauter Gebiete gelegentlich zur Überplanung bereits bebauter Gebiete aufgestellt und sind in verschiedenen Einsatzbereichen zur Anpassung an den Klimawandel denkbar (Neuaufstellung eines einfachen Bebauungsplans im bislang unbeplanten Innenbereich oder beplanten Außenbereich; Änderung eines qualifizierten Bebauungsplans durch einen einfachen Bebauungsplan). [mehr]

Baurecht auf Zeit, Städtebauliche Verträge

Steuerung der klimaangepassten, städtebaulichen Entwicklung und Ordnung am Beispiel von städtebaulichen Verträgen, Stadtumbaumaßnahmen und in Anwendung des Baurechts auf Zeit (zeitlich aufeinanderfolgende Nutzungen). [mehr]

Multifunktionale Flächennutzung

Multifunktionale Nutzung bedeutet eine zeitlich parallele mehrfache Nutzung einer Fläche für unterschiedliche Bodennutzungen. Zugleich wird im Gegensatz zum Konzept der temporären Zwischennutzung (etwa einer Brachfläche) auf ein dauerhaftes Nebeneinander mehrerer Nutzungen abgestellt. [mehr]

BauGB-Klimaschutznovelle

Die Klimaschutznovelle als städtebauliche Dimension der Klimaanpassung (Aufnahme der sogenannten Klimaschutzklausel), Klarstellung von unbestimmten Sachverhalten (Anpassung an und Schutz des Klimas ist damit eine städtebauliche Aufgabe). [mehr]

Flächenkreislaufwirtschaft

Die Flächenkreislaufwirtschaft hat vorrangig und systematisch die Ausschöpfung der bestehenden Flächenpotenziale im Bestand zum Ziel und lässt nur unter bestimmten Bedingungen die Inanspruchnahme neuer Flächen zu. Die Ansätze zur Brachflächenaktivierung bzw. Rückbau/Renaturierung sind hinsichtlich ihrer Flexibilität unter sich ändernden Rahmenbedingungen wie dem Klimawandel zu diskutieren. Besondere Potenziale bieten sich vor allem im Hinblick auf Verlagerungen von Nutzungen oder die Suche nach alternativen Standorten. [mehr]

Zwischennutzungen

Zwischennutzungen können dazu dienen, Flächen mit unsicherer Realisierungsperspektive einer sinnvollen temporären Nutzung zuzuführen oder unter unsicheren Rahmenbedingungen eine Fläche zwischenzeitlich einer sinnvollen Nutzung zuzuführen, bis eine gesicherte Entscheidungsgrundlage vorhanden ist. Hier bieten sich beispielsweise temporäre Parkkonzepte oder auch zeitlich befristete bauliche Vorhaben an, um insbesondere bei öffentlichen Flächen den Verwertungsdruck zu reduzieren und Brachflächen im Stadtbild zu vermeiden. [mehr]

Ansatz zur ökonomischen Bewertung: Das Fallbeispiel 'Niederschlagswassermanagement im Wohngebiet Richtericher Dell' (Aachen)

Für den Bereich des Niederschlagswassermanagements verdeutlicht das Beispiel des Wohngebietes 'Richtericher Dell' in Aachen die Möglichkeiten der ökonomischen Bewertung der planerischen Maßnahmen im Hinblick auf ihre Wirtschaftlichkeit. Ziel ist es, die Retentionsflächen innerhalb der „grünen Fugen“ so klein wie nötig zu halten und die Dimensionierung der Infrastruktur zur Ableitung des Wassers zu optimieren. Die Nutzung von Gründächern und eine Beschränkung der Versiegelung von Garten‐ und Innenhofflächen werden in Betracht gezogen, um die dezentrale Versickerung zu befördern und damit auch Starkniederschlägen besser begegnen zu können. Die verschiedenen Maßnahmenbündel werden einer ökomischen Bewertung unterzogen.

Synergien und Konflikte

SynergienKonflikte
  • Hochwasserangepasstes Bauen und Wasserrückhalt ergänzen sich als Teile eines Hochwasservorsorgekonzepts
  • Hochwasserangepasstes Bauen und Wasserrückhalt ergänzen sich als Teile eines Hochwasservorsorgekonzepts
  • Hochwasserangepasstes Bauen und Wasserrückhalt ergänzen sich als Teile eines Hochwasservorsorgekonzepts
  • Insbesondere Dachbegrünung verbessert auch den Wasserrückhalt
  • Auch kleinteilige grüne Strukturen befördern den Wasserrückhalt
  • Die Entwicklung von Kaltluftentstehungsgebieten befördert die Möglichkeiten von Wasserrückhalt in der Fläche
  • Der Erhalt von Kaltluftentstehungsgebieten sichert die Möglichkeiten von Wasserrückhalt in der Fläche
  • Der Erhalt von Grün- und Freiflächen sichert die Möglichkeiten von Wasserrückhalt in der Fläche
  • Die Entwicklung offener Wasserflächen ermöglicht den Wasserrückhalt
  • Der Erhalt offener Wasserflächen sichert den Wasserrückhalt
  • Die Entwicklung von Grün- und Brachflächen befördert die Möglichkeiten von Wasserrückhalt in der Fläche
  • Der Schutz von Grün- und Brachflächen sichert die Möglichkeiten von Wasserräckhalt in der Fläche
  • Beschreibung folgt.
  • Geminderte Extremereignisse bedeuten weniger Schadensrisiken für kritische Infrastruktur
  • Hochwasserangepasstes Bauen und Wasserückhalt ergänzen sich als Teile eines Hochwasservorsorgekonzepts
  • Hochwasserangepasstes Bauen und Wasserückhalt ergänzen sich als Teile eines Hochwasservorsorgekonzepts
  • Die Ertüchtigung der Entsorgungsinfrastruktur und Wasserrückhalt ergänzen sich als Teile eines Risikomanagementkonzepts
  • Die Festlegung der Standorte für neue Entsorgungsanlagen kann mit Festsetzungen zum Wasserrückhalt verbunden werden
  • Wasserrückhalt in der Fläche und die Nutzung des Straßenraums ergänzen sich zur Optimierung der Retention
  • Wasserrückhalt in der Fläche verringert die Notwendigkeit von Notwasserwegen
  • Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können effizient eingesetzt werden, um den Wasserrückhalt in der Fläche zu verbessern
  • Durch Bodenentsiegelung und Dachbegrünungen können wertvolle Lebensräume geschaffen werden
  • Hecken erhöhen den Wasserrückhalt in der Fläche und können mit anderen Maßnahmen kombiniert werden
  • Uferrandstreifen erhöhen den Wasserrückhalt in der Fläche
  • Hochwasserangepasstes Bauen und Wasserückhalt ergänzen sich als Teile eines Hochwasservorsorgekonzepts
  • Rückbau von Anlagen ermöglicht auch mehr Wasserrückhalt in der Fläche
  • Befeuchtete Böden können Wasser besser zurückhalten als stark durchtrocknete
  • Photovoltaik auf Dächern beeinträchtigt die Möglichkeiten des Wasserrückhalts
  • Kompakte Siedlungsstrukturen behindern durch hohe Versiegelungsgrade den Wasserrückhalt
  • Literatur

    Bizikova, Neale and Burton (2008): Canadian Communities' Guidebook for Adaptation to Climate Change. Including an approach to generate mitigation co-benefits in the context of sustainable development. First Edition. Environment Canada and University of British Columbia, Vancouver.

    European Environment Agency (2009): Ensuring quality of life in Europe's cities and towns.

    European Environment Agency (2009): Regional climate change and adaptation - The Alps facing the challenge of changing water resources. No 9/2009.

     

    Greater London Authority (2008): The London climate change adaptation strategy - Draft Report. London.

    Grill et al. (2006): Adapting cities for climate change: the role of the green infrastructure.

    Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (2008): Klimawandel in Nordrhein-Westfalen - Wege zu einer Anpassungsstrategie. Düsseldorf.

    Office of the Deputy Prime Minister (Hg.)(2004): The Planning Response. Advice on Better Practice. London. 

     

     

     

     

     

     

     

    Rechtliche Grundlagen und Regelungen zu dieser Maßnahme

    Inhalte von Hochwasserrisikomanagementplänen (Art. 7 Abs. 3 EG-Richtlinie 2007/60/EG)
    Pflicht zur Renaturierung/Entsiegelung nicht mehr benötigter Flächen (§ 2 Abs. 1 Nr. 11 BNatSchG)
    Pflicht zur Aufstellung von Hochwasserschutzplänen (§ 31d Abs. 1 WHG)